Studiengebühren für "Nicht-EU-Ausländer"

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  • Studiengebühren für "Nicht-EU-Ausländer"

    aachener-zeitung.de/lokales/re…r-sollen-zahlen-1.1643160

    Hallo Leute,
    mich würde diesbezüglich die Meinung meiner verehrten Maschi-Kolleginnen und Kollegen interessieren?

    Ich bin persönlich nicht betroffen, da ich die deutsche Staatsbürgerschaft besitze, empfinde jedoch eine gewisse Solidarität für meine ausländischen Kommilitoninnen und Kommilitonen.
    Ich finde es traurig, dass wir unsere finanziellen Quellen für eine Verbessung der F&E in NRW aus den Portmonaies der ausländischer Studenten entnehmen. Viele von Ihnen genießen nicht das Privileg Bafög oder einen Kredit zu erhalten und müssen sich somit zwangsweise ihr Studium durch Nebenjobs finanzieren. Jedes Semester 1500 € da noch auf die hohe Kante zu setzen, könnte schwierig werden.
    Ich erkenne da lediglich die Strategie auf eine Minderheit Druck auszuüben und eine stille Zustimmung der unbetroffenen Mehrheit zu erhalten.
    Und wer garantiert uns, dass das nicht der erste Schritt ist, uns für Studiengebühren zu sensiblisieren, um als nächstes alle Studenten an die Kasse zu bitten?
    Die Einnahmen könnten bei einem Rückgang ausländischer Studenten sinken.
    Meine Grundkritik ist somit, dass Studentinnen und Studenten für die Finanzierung staatlicher Universitäten nicht verantwortlich sind. Es gibt genügend andere Einnahmequellen, wie beispielsweise die Wirtschaft, welcher der größte Profiteur von gut ausgebildeten Akademikern ist.
    Zudem erkenne ich eine Entwicklung der Chancenungleichheit, was einen möglichen Bildungsaufstieg erschweren wird.
    Das Argument mit den Vergleichen auf internationaler Ebene, lehne ich grundsätzlich ab. Das ist reine Rosinenpickerei und führt zu nichts.
    Dann lautet mein Argument einfach: "Dann haben es die anderen Länder halt nicht begriffen und sollen sich ne Scheibe von uns abschneiden!"
    Nur weil Amerika das Klimaabkommen ablehnt, sollen wir jetzt auch mit dem Gedanken spielen? Wieso soll man sich nicht ein Beispiel an uns nehmen dürfen?!

    Einen alternativen Lösungsvorschlag kann ich auf die Schnelle leider nicht anbieten, bis auf das man es beim Alten hätte belassen können.
    Insofern entschuldigt bitte die einseitige Problemanalyse.

    Was denkt ihr so darüber?

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Cutty Framm ()

  • Naja, irgendjemand muss die Party hier ja finanzieren. Für mich waren das meine berufstätigen Eltern, die hier in DE Steuern bezahlt haben, womit dann so lustige Sachen wie die Polizei, Krankenhäuser und Universitäten bezahlt werden.
    Ich erwarte im Ausland auch nicht, dass die hiesigen Steuerzahler für meine Bildung aufkommen. Wenn so eine Situtation vorliegt ist das natürlich nett, aber für mich streng genommen nicht fair den locals gegenüber!
  • Finde ich voll in Ordnung. Besonders für welche die ihr komplettes Studium hier durchziehen, eine erstklassige Ausbildung und Rahmenbedingungen genießen und dann wieder in ihre Heimat zurückgehen. Ausnahmen könnten wegen mir auch weiter eingeschränkt werden.

    Was mich ein wenig stört ist diese Aussage in dem Artikel: "..zur Verbesserung der Qualität an den Hochschulen eingenommen..."
    Kann halt alles oder nichts bedeuten. Geht das Geld dann nur in die Forschung, in die Lehre in die Hochschulperipherie oder wo soll das eingesetzt werden?
  • fabmei schrieb:

    Was mich ein wenig stört ist diese Aussage in dem Artikel: "..zur Verbesserung der Qualität an den Hochschulen eingenommen..."

    Kann halt alles oder nichts bedeuten. Geht das Geld dann nur in die Forschung, in die Lehre in die Hochschulperipherie oder wo soll das eingesetzt werden?
    So ich es gehört habe, soll das Geld 1:1 an die jeweilige Hochschule gehen. In BaWü z.B. gibt es schon diese Semestergebühren für Drittstaatler, aber die fließen dort in den Landeshaushalt...
  • Finde ich prinzipiell auch gut. Ist doch immer noch verträglich im Vergleich zu anderen Ländern. Im Prinzip sind es Steuern.

    Allerdings könnte man es so machen wie in Italien an vielen Unis: abhängig von dem Einkommen der Eltern und oder der Anzahl der besuchten Kurse machen. Da gibt es einen Mindestbeitrag und wenn deine Eltern gut verdienen deckelt der irgendwo bei soundso. Die Unis legen das selbst fest, liegt irgendwo bei 800-3000€. Nicht-EU-Ausländer zahlen aufgrund der schlechten Nachvollziehbarkeit den vollen Betrag (aber da kostet ja häufig schon das Ticket mehr).

    Auf Deutschland bezogen wäre das eine ganz ordentliche Summe (mit 450 Mio € kann man schon was machen): bmbf.de/de/erstmals-ueber-300-…e-in-deutschland-956.html


    Wie die jetzt dadurch die Lehre verbessern wollen würde mich aber tatsächlich interessieren. Funktionierende Beamer? Da scheiterts aber nicht am Geld ;)
  • Ein pauschale Gebühr für alle nicht EU-ler halte ich für unfair. Man muss da meiner Meinung mindestens nach Herkunftsland, Einkommen den Eltern, und Studiengang differenzieren. Es sollte weiterhin möglich dass beispielsweise junge Erwachsene aus dritte Weltländern oder aus insgesamt finanziell schwachen Elternhäusern hier studieren können.

    Beim teuren Medizin- oder auch Musikstudium, wo der Platzkampf hoch ist und viele nach dem Studium wieder zurück in die Heimat gehen, kann ich Studiengebühren für Ausländer schon eher nachvollziehen.
    Wenn dann sollten die Hochschulen mitentscheiden dürfen, wo Studiengebühren erhoben werden und wo nicht.

    Außerdem ist auch die Frage, was letztendlich mit dem Geld gemacht wird. Mehr Profs einstellen geht wohl kaum, wenn man nicht weiß, ob die nächste Landesregierung alles wieder zurückdreht.
    Hier und da bessere Ausstattung evtl, aber ist die zur Zeit wirklich so schlecht? Eher nicht.

    Statt Studiengebühren wäre es weitaus begrüßenswerter wenns insgesamt mehr Geld vom Staat ins Bildungswesen fließen würde, dann könnte man auch mehr Dozentenstellen schaffen, und die Prof/Student Quote wirklich steigern und damit auch die Qualität des Studiums.
  • Eine Sache, die ich noch hinzufügen würde, ist, dass solche finanziellen Barrieren auch hinderlich sein können für den allgemeinen internationalen Austausch. Wissenschaft geschieht heute nun mal global und Investitionen in der Wissenschaft erscheinen mir doch sehr sinnvoll und nachhaltig. Gerade in technischen Fragestellungen teilen wir uns grenzenüberschreitend die gleichen Probleme. Wieso Schranken aufbauen, wenn das Grundprinzip der Erkenntnis dadurch beeinträchtigt wird.
  • Das sehe ich nicht so. Das Grundprinzip der Erkenntnis wird ja nicht dadurch eingeschränkt, dass Studenten, die weder selbst noch über ihre Eltern bis dato etwas zur innerdeutschen Solidargemeinschaft (also somit auch zum Bildungswesen) beigetragen haben und mehrheitlich nach ihrem Studium wieder ausreisen, plötzlich dafür zahlen sollen.

    "Wissenschaft geschieht heute nun mal global und Investitionen in der Wissenschaft erscheinen mir doch sehr sinnvoll und nachhaltig." Genau deshalb brauchen wir auch mehr davon.
    Ich persönlich fände nachgelagerte Gebühren besser, die sich am Einstiegsgehalt orientieren. Bei nicht-EU Ausländern ist das natürlich ein höherer Verwaltungsakt ähnlich wie bei deutschen Studierenden, die ihren Berufseinstieg im Ausland vollziehen.
    Gerade aber die Bedürftigsten (Geflüchtete, Schulabsolventen aus 3. Welt Staaten) sollen ja großzügig von den Ausnahmeregelungen profitieren.
    Ich bin mal gespannt, wie differenziert diese ausgestaltet werden.
    Deshalb würde ich mit so einer Diskussion vllt. auch noch etwas warten, bis alle Details zu dieser Regelung vom Land rausgegeben werden.

    Zum Argument des Vergleichs mit dem Ausland:

    Ich glaube das kriegen viele in den falschen Hals. Es geht dabei primär um die Konkurrenzsituation und die Bedenken, potentielle Studenten aus Asien & co. könnten dem Wissenschaftsstandort Deutschland durch die Gebühren fern bleiben.
    Das ist jedoch unwahrscheinlich, da fast alle anderen, großen Wissenschaftsnationen (was soll das eigentlich heißen?) deutlich höhere Gebühren verlangen und somit keine echte Alternative für eine erschwingliche Bildung auf gleichem Niveau darstellen.
    Alles muss man selber machen lassen.
  • Ich finde diese Gebühren nicht sehr gut. Das kostenfreie Studium ist m.M. nach die beste und nachhaltigste Form der Entwicklungshilfe. Gerade weil Nicht-EU-Ausländer die oft aus Entwicklungs- oder Schwellenländern kommen meist direkt nach dem Studium auch wieder in ihre Heimat zurückkehren und diese dort Aufbauen.
    Junge motivierte Menschen hier exzellent Auszubilden finde ich persönlich eine sehr viel besserer Möglichkeit Fluchtursachen wie Armut und Perspektivlosigkeit zu bekämpfen als deutsche Soldaten in Mali gegen Schmugglerbanden kämpfen zu lassen.


    Zum anderen finde ich, sollte man auch beachten, dass Personen die hier ausgebildet werden auch ein Stück weit persönliche Beziehungen, Kontakte und Sprache mitnehmen. Wenn diese in ihrer Heimat im Beruf sind werden sie evtl. benötigte Maschinen etc... eher in DE Einkaufen bzw. mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten.
  • kouki schrieb:

    Ich finde diese Gebühren nicht sehr gut. Das kostenfreie Studium ist m.M. nach die beste und nachhaltigste Form der Entwicklungshilfe. Gerade weil Nicht-EU-Ausländer die oft aus Entwicklungs- oder Schwellenländern kommen meist direkt nach dem Studium auch wieder in ihre Heimat zurückkehren und diese dort Aufbauen.
    Junge motivierte Menschen hier exzellent Auszubilden finde ich persönlich eine sehr viel besserer Möglichkeit Fluchtursachen wie Armut und Perspektivlosigkeit zu bekämpfen als deutsche Soldaten in Mali gegen Schmugglerbanden kämpfen zu lassen.


    Zum anderen finde ich, sollte man auch beachten, dass Personen die hier ausgebildet werden auch ein Stück weit persönliche Beziehungen, Kontakte und Sprache mitnehmen. Wenn diese in ihrer Heimat im Beruf sind werden sie evtl. benötigte Maschinen etc... eher in DE Einkaufen bzw. mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten.
    Selbst wenn das Studium an sich kostenlos ist, wer aus den "Entwicklungsländern" kann es sich denn leisten nach D zum Studieren zu kommen? Das sind doch zum großteil sicherlich die lokalen Eliten, die sich die Lebenshaltungskosten in Deutschland auch leisten können. Dürfen nicht-EU Ausländer neben dem Studium überhaupt mit ihrem Visum jobben?

    Bezüglich allgemeine Studiengebühren in NRW. Die gab es schonmal für ein paar Jahre um 2006-2009 herum und auch in anderen Bundesländern. Nach einiger Zeit sind diese aber wieder nach einem Regierungswechsel abgeschafft worden.
  • Ich finde die Gebühren ok. Wenn die Leute von außerhalb kommen und anschließend wieder gehen, dann haben sie bzw. ihre Eltern ja auch keine Steuer gezahlt. 1500 Euro pro Semester ist auch nicht so viel, wenn man es mit anderen Ländern vergleicht. Gerne kann man Ausnahmen machen, das man die Gebühren von der Steuer absetzt, wenn man nach dem Studium in Deutschland arbeitet.
  • Phobos schrieb:

    Selbst wenn das Studium an sich kostenlos ist, wer aus den "Entwicklungsländern" kann es sich denn leisten nach D zum Studieren zu kommen? Das sind doch zum großteil sicherlich die lokalen Eliten, die sich die Lebenshaltungskosten in Deutschland auch leisten können.
    Einfach mal rausgehen und mit Menschen reden. Ich kenne persönlich eine Menge afrikanischer Studentinnen und Studenten, die hier studieren und sich ihr Studium selbst finanzieren. Eine Unterstützung aus ihrem Heimatland ist leider keine Alternative, da die finanziellen Ansprüche in Deutschland im direkten Vergleich viel zu hoch sind.
  • Cutty Framm schrieb:

    deutschlandfunk.de/nrw-plant-s…ml?dram:article_id=388510

    Ein kurzes Interview, was meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf trifft.

    Kurz Zusammengefasst den Text Die Studiengebühren schrecken die Dritte Welt Studenten ab, welches später die heiß ersehnten Fachkräfte werden könnten: Ärzte, Ingenieure und BWLer.

    Meine Meinung

    1.Es existiert kein Fachkräftemangel weder bei Ings noch bei BWlern. Es ist ein Märchen.
    2. EU-Ausländer verschärfen das Lohnsumping: Falls sie kein Job haben -> Kein neues Visum -> lieber ein geringes Gehalt als wieder zurück nach Afrika.
    3.Für die Medizin existieren halt nur zu wenig Studienplätze (siehe NC)

    4. Bei allen drei Studiengängeb ist das Angebot (Studenten) höher als die Nachfrage (Studienplätze/Arbeitsplätze)
  • Cutty Framm schrieb:

    deutschlandfunk.de/nrw-plant-s…ml?dram:article_id=388510

    Ein kurzes Interview, was meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf trifft.
    Also nichts gegen Herrn Wadjinny, aber das Interview ist eine einzige Katastrophe (imho).

    Keine Zahlen, keine echten Schlussfolgerungen, aber ganz viel Meinung.
    Auch wie die Interviewerin die Fragen formuliert, ist weit weg vom qualitativen Anspruch, den man an politische Interviews haben sollte.

    Ich glaube auch nicht daran, dass wir fern von den provinziellen Unternehmen und kleineren Mittelständlern einen Fachkräftemangel haben. Wir haben einen Mangel an billigen Fachkräften.

    Hier mal Zahlen aus dem Hochschulbildungsreport:
    hochschulbildungsreport2020.de/downloads

    (PDF runterladen)

    Kommentar dazu:
    zeit.de/studium/2015-06/auslae…-verbleib-hochschulreport

    41% der ausländischen Studierenden brechen ihr Studium ab. 56% der nicht aus den EU Staaten stammenden Studenten verlassen Deutschland direkt nach Abschluss.
    Ich finde wir sollten uns mal überlegen, warum so Wenige hier bleiben wollen und ob wir das weiterhin so finanzieren können.
    Generell ist es aber bedenklich, wenn der Sprecher des Bundesverbands ausländischer Studierender solche Befürchtungen hat. Ich glaube aber auch er macht es sich bei seinen Überlegungen etwas zu einfach.
    Alles muss man selber machen lassen.
  • Naja die hohe Abbrecherquote kommt einfach daher, das die teilweise auf Teufel komm raus hier studieren wollen/wollen müssen. Ich war an der FH und die chinesischen Studenten teilten sich scharf in zwei Lager und zwar in kann deutsch, kommt im Stoff mit/kann quasi kein deutsch oder englisch, versteht nix . Letztere waren die Mehrzahl. Beide Gruppen gingen direkt nach Abbruch oder Abschluss zurück nach China. Quasi alle von denen hatten haufenweise Geld, also könnten auch die Gebühren locker zahlen. Gab welche die fuhren 911er oder M3 zur Uni.....
  • Cutty Framm schrieb:

    Phobos schrieb:

    Selbst wenn das Studium an sich kostenlos ist, wer aus den "Entwicklungsländern" kann es sich denn leisten nach D zum Studieren zu kommen? Das sind doch zum großteil sicherlich die lokalen Eliten, die sich die Lebenshaltungskosten in Deutschland auch leisten können.
    Einfach mal rausgehen und mit Menschen reden. Ich kenne persönlich eine Menge afrikanischer Studentinnen und Studenten, die hier studieren und sich ihr Studium selbst finanzieren. Eine Unterstützung aus ihrem Heimatland ist leider keine Alternative, da die finanziellen Ansprüche in Deutschland im direkten Vergleich viel zu hoch sind.
    Danke, dass du nur den Satz rausgepickt hast, den du lesen wolltest und direkt einen vorwurfsvollen Apell hinterherwirfst. Ich habe doch explizit gefragt, ob die sich hier überhaupt ihren Lebenshunterhalt verdienen können/dürfen. Leider hab ich nur mit Kommilitonen aus dem Nahen/Fernen Osten und Indien zu tun gehabt. Und dort habe ich diese Erfahrung gemacht, dass diese sich eben nicht um Geld kümmern mussten.